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«Tod und Beerdigung» ein Tabu Thema?

Licht - trotzdem (Foto: Werner Näf)
Am liebsten nicht dran denken und schon gar nicht drüber reden...
Das ist eine verbreitete Meinung. Und doch wäre für etliche genau das hilfreich. Drum nutze ich die Gelegenheit, euch unaufdringlich auf Papier darauf hinzuweisen, dass es Vorteile gibt, über das Ende zu sprechen. Manche bitten ihre Angehörigen: «Beerdigt mich möglichst sang- und klanglos!» Haben Sie gewusst, dass so ein Wunsch schon oft zu Kopfzerbrechen und schmerzlichen Spannungen geführt hat? Was steckt eigentlich hinter diesem Wunsch?
Es ist löblich, den Angehörigen möglichst wenig Mühe bereiten zu wollen. Aber es kann auch ungesunde Bescheidenheit geben.

Manchmal wünschen sich Angehörige aber eine würdige Abschiedsfeier mit zusätzlichen Freunden und Nachbarn, aber sie ringen mit der Frage, ob sie das nun dürfen? Ich empfehle Ihnen: Sprechen Sie mit den Angehörigen über Ihre Wünsche, aber lassen Sie ihnen Freiheit, auch ihre eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen. In vielen Fällen ist eine passende Abschiedsfeier, wo man einander trifft und unterstützt, eine grosse Hilfe beim Verarbeiten der Trauer, sowohl für die Angehörigen, wie auch für weitere nahe Bezugspersonen der Verstorbenen.

Die Erfahrung zeigt, dass es längerfristig nicht einfacher wird, wenn man sofort zur Tagesordnung übergeht und die Trauer verdrängt. Schon mitten im Leben daran zu denken, dass wir sterben werden, macht weise (nach Psalm 90, 12).

Das hilft dabei, gute Prioritäten zu setzen, die Gegenwart zu geniessen, noch etwas in Ordnung zu bringen, sich mit jemandem zu versöhnen, sich mit Gott zu versöhnen.. Das alles hilft nicht nur um in Frieden zu sterben, sondern auch, um in Frieden zu leben.

PFARRERIN ESTHER WIESMANN
Kirchgemeinde Gottstatt
Gottstattstrasse 29
2552 Orpund
032 355 30 11


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