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nöie Schnuf!

Ostern - Licht und Schatten (Foto: Barbara Wegmann)
Atmen Sie gut durch! Denn um diesen längeren Text zu lesen, brauchen Sie einen langen Atem, „e länge Schnuf“! Während Sie nun lesen, atmen sie – ob sie wollen oder nicht. Wer lebt, der atmet. Und wer atmet, der lebt. So ist es schon beim ersten Menschen: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (Gen 2,7) Das Atmen und somit auch das Leben sind Geschenke Gottes.
Unser „Schnuf“ kann aber auch knapp werden und uns ausgehen. Körperlich stossen wir an unsere Grenzen: beim Sprint auf den Zug oder bei der (zu) langen Treppe. Aber auch unsere Seele kennt Atemnot: mit genügend Stress oder einem Schicksalsschlag. Dazu passt, dass das Wort für „Atem“ in der Bibel auch mit „Geist“ wiedergegeben werden kann. Wir ringen nach Luft – äusserlich und innerlich. Und das wortwörtlich bis zum letzten Atemzug. Bis uns Gott den geschenkten Atem wieder nimmt: „Nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.“ (Ps 104,29)

Mit Karfreitag und Ostern rückt unser Atem, unser Leben und Sterben, in den Vordergrund. Das Überraschende ist: Gott selbst atmet, lebt und stirbt. In Jesus Christus teilt er unsere Welt und unseren Weg. Als er am Karfreitag am Kreuz stirbt, gibt er seinen letzten Atemzug Gott zurück: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“ (Lk 23,46) Ist mit dem letzten Atemzug alles aus? Nein! Am Ostermorgen weht ein neuer, frischer Wind! Jesus lebt, das Grab ist leer! „Durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde er von den Toten auferweckt.“ (Röm 1,4) Gott hat Jesus einen neuen, ewigen Atem geschenkt, „e nöie Schnuf“!

Ostern ist auch unsere Hoffnung: „Gott aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.“ (1Kor 6,14) Dank Jesus erwarten wir „e nöie, ewige Schnuf“! Und falls Sie nach dieser längeren Lektüre noch genügend Atem haben, liegt vielleicht auch noch ein kurzes Dankgebet, ein „Halleluja!“ drin. „Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!“ (Ps 150,6)

Pfr. Philippe Otti

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