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Klagen erlaubt!

20200110_083042 (Foto: Madeleine Walker): Sonnenaufgang ob Girenbad
Klagen erlaubt! Klagen kann sogar der Weg zu neuer Zuversicht sein.

Die Corona-Probleme und Einschränkungen sind uns längst verleidet und manchmal sind es auch andere Umstände und Sorgen, die uns das Leben schwer machen. Wie lange noch diese Schmerzen, diesen Stress oder Streit? Worüber möchten Sie selber klagen?
Es fühlt sich so an, als wäre Gott so weit weg, als würde er sich verbergen. Warum hast du, Gott nicht längst geholfen? Hast du mich vergessen?
Darf man denn so mit Gott reden? So kleingläubig und so vorwurfsvoll?
Erstaunlich, wieviel solche Klagegebete wir in der Bibel finden, zum Beispiel in den Psalmen. David war doch ein Glaubensheld? Aber er hat zum Beispiel den Psalm 13 geschrieben.
Da heisst es: «2 Wie lange noch, Herr, willst du mich vergessen? Etwa für immer? Wie lange noch willst du dich vor mir verbergen? 3 Wie lange noch muss ich unter tiefer Traurigkeit leiden und den ganzen Tag Kummer in meinem Herzen tragen? Wie lange noch darf mein Feind auf mich herabsehen? 4 Schau doch her und antworte mir, Herr, mein Gott!´Gib mir neuen Mut und` lass meine Augen wieder leuchten...»
Da fühle ich mich auch an einem besonders schwierigen Tag verstanden. Ich bin in guter Gesellschaft, mit David und vielen Psalmbetern. So darf ich also beten. Das erhellt die Situation bereits ein bisschen.
Scheinbar hat es auch David selber gut getan, alle Klage und sein ganzes Herz vor Gott auszuschütten. Vielleicht hat ihm gerade dies geholfen, im Vers 6 bereits wieder Hoffnung zu schöpfen:
«Doch ich will auf deine Güte vertrauen, von ganzem Herzen will ich jubeln über deine Rettung! Mit meinem Lied will ich dem Herrn danken, weil er mir Gutes erwiesen hat.» David erinnert sich nun an bereits erlebte Hilfe und freut sich auf die Rettung, die noch kommen wird. Es gibt Hoffnung!

Zum Ausharren und Hoffen haben mich auch folgende Gedanken von Jörg Zink angesprochen:

Ich hoffe auf dich, Gott.
Meine Seele wartet auf dich,
wie ein Wächter auf den Morgen.
sehnlicher, ja, als ein Wächter
auf den Morgen wartet. (nach Psalm 130)

Das halten wir fest, dass das Heil kommt.
Gott hat es versprochen,
und wir tun wohl, das Wort zu bewahren,
ein Licht, leuchtend, an einem dunklen Ort,
bis der Tag anbricht
und der Morgenstern aufgeht
in unseren Herzen. (nach 2.Petr. 1,19)

Pfarrerin Esther Wiesmann

Kirchgemeinde Gottstatt
Gottstattstrasse 29
2552 Orpund
032 355 30 11
Verantwortlich für diese Seite: Daniela Kuchen
Bereitgestellt: 27.05.2021